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Unterirdisches Bamberg - Bambodo Bamberg

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Unterirdisches Bamberg

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Die fast zwölf Kilometer langen Stollenanlagen unterhalb der Domstadt sind ein beliebtes Ziel bei Touristen. Eine Führung durch die unterirdischen Gänge bietet jede Menge Spannung und Spaß. Die Katakomben entstanden bereits im 11. Jahrhundert. Damals wurde in mühseliger Arbeit mit Hammer und Meißel Sandstein gewonnen. Das Gestein wurde dann in Bamberg als Putz- und Scheuermittel verkauft. Ab dem 17. Jahrhundert dienten die Stollenanlagen primär der Aufbewahrung von Lebensmitteln, später dann auch als Kühlkammern für das Bier der Bamberger Brauereien. Im zweiten Weltkrieg wurden die unterirdischen Gänge als Luftschutzbunker und zur Produktion von Kriegsgütern genutzt. Nach Kriegsende gerieten sie in Vergessenheit und wurden nur durch einen Zufall wieder entdeckt: 1966 brach ein Autofahrer sechs Meter in die Katakomben ein. Mit viel Arbeit konnten die Gänge dann Stück für Stück erforscht und katalogisiert werden. Unter privatem Boden könnten aber noch immer unentdeckte Anlagen zu finden sein. Die Stollen erstrecken sich über eine Fläche von 50.000 Quadratmeter und sind zum Teil übereinander angeordnet. Die tiefste Stelle liegt 70 Meter unterhalb der Erdoberfläche. Ohne Stollen-Führer kann man hier ganz schnell verloren gehen. Im Stockfinsteren, nur mit Taschenlampen ausgerüstet, geht es durch niedrige, geheimnisvolle Gänge und schmale Treppen hinunter. Die Stollenanlagen bergen viele Geheimnisse. So wurden Räume mit hohen Knochenschichten gefunden, die aus dem 13. und 14. Jahrhundert stammen. Die zahlreichen Opfer von Pest und Cholera fanden zum Schutz der Überlebenden in den dunklen Räumen ihre letzte Ruhe. Ein Abstecher in die düsteren Anlagen ist ein echtes Abenteuer. Es kommt sogar ab und an vor, dass sich jemand während einer Führung verläuft. Allein findet man aus diesem Gewirr etlicher Gänge nicht mehr hinaus. In solchen Fällen wird aber schnell ein Suchtrupp geschickt, um die verloren Gegangenen zu retten. Pro Jahr begeben sich um die 400 Gruppen auf die Reise in das unterirdische Labyrinth.

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