St. Theodor Bamberg - Bambodo Bamberg

BAMBODO
Direkt zum Seiteninhalt
St. Theodor

Als Hospital für Arme und Kranke gegründet, dann ein Frauenkloster. Im Bauernkrieg geplündert. Von Karmeliten über zweihundert Jahre genutzt, später unter Militärverwaltung gestellt. Und jetzt doch wieder im Eigentum der Karmeliten – ein ganz beachtliches Hin und Her, das in tausend Jahren die Geschichte des Klosters und der Klosterkirche St. Theodor bestimmt hat. Ursprünglich hat wohl auf dem Kaulberg ein Hospital gestanden. Es soll dem Heiligen Theodor geweiht gewesen sein, und der Name hat sich bis heute gehalten. Sicher wissen wir von der Gründung eines Frauenklosters durch Bischof Eberhard II. im Jahr 1157. Pfalzgräfin Gertrud, Witwe des Pfalzgrafen Hermann von Höchstadt-Stahleck, stiftete ihr Erbe für den Klosterbau und zog mit anderen adligen Nonnen von Wechterswinkel nach Bamberg.


Der deutsche Bauernkrieg machte 1525 dem ruhigen Klosterleben ein Ende. Das Kloster wurde geplündert und 1554 aufgegeben. 1589 zogen die Karmeliten ein. Nach 35 Jahren Leerstand herrschten im Kloster Armut und Not. Erst die Tourainer Reform im 17. Jahrhundert brachte den Durchbruch für den Karmeliterorden. 1658 begann die Umgestaltung der Klosterkirche, von 1692 bis 1702 verwirklichte Leonhard Dientzenhofer seine Ideen im Barock-Stil. Die Klosterkirche St. Theodor wurde dabei im wahrsten Wortsinn umgedreht. Vielleicht machten sich die Kirchenväter schon damals Sorgen wegen der Besucherzahl in den Gottesdiensten, und deshalb wurde der Eingang – leichter erreichbar – auf die Ostseite verlegt. Das Löwenportal an der Westfassade, neben dem Kreuzgang eines der Zeugnisse aus romanischer Zeit, verlor seine Funktion als Haupteingang und wurde vermauert. Heute ist es als Bambergs ältestes Kirchenportal aus dem 11. und 12. Jahrhundert immer noch zu bestaunen. Ab 1803 geriet das Kloster unter bayerische Militärverwaltung. Lazarett, Schule, Kaserne und Turnhalle zogen ein. Der unvollendet gebliebene zweite Kirchturm wurde abgerissen, und wer heute über den Platz am Beginn der Maternstraße geht, hat die Steine des Turms unter seinen Füßen. Hundert Jahre später übernahmen die Karmeliten erneut das sehr heruntergekommene Erbe vergangener Jahrhunderte. Ab 1980 wurde die Klosterkirche grundlegend saniert und besonders der Altarraum durch den Bildhauer Friedrich Koller einfühlsam gestaltet. Auch eine Grablege für verstorbene Mitglieder des Ordens entstand unter der Kirche. Fertig werden die Karmeliter wohl nie: die nächsten Sanierungsaufgaben vom Dachstuhl bis zur Orgel lassen nicht lange auf sich warten.
Anzeige
Zurück zum Seiteninhalt