St. Michael Bamberg - Bambodo Bamberg

BAMBODO
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St. Michael

Weithin sichtbar ragen die Türme der Klosterkirche St. Michael auf dem Bamberger Michelsberg auf. Unübersehbar sind aber auch die Baumängel, Folgen einer gewissen Sorglosigkeit beim Errichten der Klosteranlage. Teile des weltberühmten Deckengemäldes drohen einzustürzen, und deshalb ist die Kirche leider seit 2015 auf unbestimmte Zeit für Besucher gesperrt. Die Sanierung wird sicher einige Jahre in Anspruch nehmen. Aber auch der Klostergarten und das Museum in der ehemaligen Klosterbrauerei sind einen Besuch wert. Kurz nach Schaffung des ersten Bistums Bamberg im Jahr 1007 schlug Kaiser Heinrich II. die Gründung eines Benediktinerklosters vor. Eberhard, der erste Bischof der Stadt, setzte die Idee 1015 in die Tat um. Die ersten Mönche kamen aus Amorbach und Fulda, der Abt war direkt dem Bischof unterstellt. Mit der Heiligsprechung des Bamberger Bischofs Otto im Jahr 1189 erlangte das Kloster St. Michael eine gewisse Popularität, denn Otto der Heilige, wie er fortan hieß, ist auf eigenen Wunsch in der Klosterkirche beigesetzt. Bemerkenswert übrigens, dass Otto knapp achtzig Jahre alt geworden sein soll, in einer Zeit, in der die durchschnittliche Lebenserwartung kaum dreißig Jahre betrug.



Das Kloster wurde zweimal stark zerstört – zuerst bereits 1117, also vor der Zeit Ottos, durch ein Erdbeben, und später 1610 durch einen verheerenden Brand. Von den Trümmern war nicht mehr viel verwendbar. In der Folgezeit wurden das Langhaus und der Westflügel mit seinen zwei Türmen praktisch neu gebaut. So entstand bis 1617 auch das Deckengemälde, das heute so große Sorgen bereitet. Das Herbarium, also der Kräutergarten, zeigt 580 verschiedene Pflanzen, auch sehr exotische Gewächse wie Ananas und Granatapfel, und Pflanzen, die in dieser Zeit in Europa noch so gut wie unbekannt waren. Umso erstaunlicher, dass die Darstellung von Blüten und Früchten selbst bei der Farbwiedergabe nahezu fehlerlos ist. In der Klosterkirche befinden sich neben der Krypta von Bischof Otto dem Heiligen nicht weniger als zehn Grabdenkmäler der Fürstbischöfe von Bamberg, die aus dem Dom ins Kloster versetzt wurden. Da die Kirche derzeit nicht zugänglich ist, wenden wir uns den weiteren Bauten und Außenanlagen zu. Das von 1696 bis 1712 errichtete Abteigebäude mit imposanten Ausmaßen ist heute eine repräsentative Seniorenresidenz.  Der Bibelgarten erlaubt, die Heilige Schrift über die in ihr erwähnten Pflanzen kennen zu lernen - ein interessanter Ansatz, auch wenn die fünfzig Gewächsarten im Garten nur einen kleinen Ausschnitt aus dem gewaltigen Deckengemälde darstellen. Durchaus weltliche Freuden verspricht ein Besuch des Fränkischen Brauereimuseums, das im Produktionsgebäude der ehemaligen Klosterbrauerei zu finden ist.


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