St. Gangolf Bamberg - Bambodo Bamberg

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St. Gangolf

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In einer Stadt, in der jeder Stein Geschichte schreibt, gehört schon einiges dazu, den Titel „Älteste Kirche der Stadt“ zu erhalten. And the winner is … St. Gangolf, katholische Pfarrkirche aus dem 11. Jahrhundert. Auf dem Weg vom Bahnhof in die Altstadt können Sie die Kirche gar nicht verfehlen, wenn Sie von der Luitpoldstraße nach links in den Stadtteil Theuerstadt abbiegen. Dort betreten Sie wahrlich historischen Boden. In der Theuerstadt lassen archäologische Funde auf eine alte Handelsstraße schließen. In jedem Fall ist es einer der ältesten besiedelten Bereiche auf dem Stadtgebiet von Bamberg, möglicherweise eine thüringisch-slawische Siedlung aus dem 8. Jahrhundert, in der sich Menschen an der Straße ansiedelten. Später entstand hier ein Gärtnerviertel, aber nicht zu verwechseln mit der Gartenstadt, die sich heute nordöstlich der Bahnstrecke befindet.


Bis zum Kirchenbau sollten aber noch rund dreihundert Jahre vergehen. Bischof Gunther und Graf Reginold Waldpot von Zwernitz gründeten das Stift ab 1057 und widmeten es der Gottesmutter Maria und dem Heiligen Gangolf. Letzterer lebte in Burgund und wird als Märtyrer verehrt, nachdem er sich von seiner untreuen Ehefrau getrennt hatte und von einem Nebenbuhler im Schlaf ermordet wurde. Zugegeben, eigentlich war er nur der Nebenpatron und Maria die Hauptfigur, aber mit dieser Vorgeschichte hatte Gangolf eine gewisse Popularität unter der männlichen Bamberger Bevölkerung erlangt und wurde schließlich der Namensgeber. Vermutlich 1063 wurde die Stiftskirche St. Gangolf geweiht. Die Grundsubstanz ist bis heute erhalten, allerdings entstand zunächst nur ein Flachbau mit rechteckigem Chor und halbrundem Anbau. St. Gangolf war die vierte Kirche in Bamberg. Wenn Sie ihre Lage auf der Karte anschauen und mit St. Stephan, dem Kloster auf dem Michelsberg und St. Jakob in Beziehung setzen, werden Sie feststellen, dass diese ein Kreuz bilden, in dessen Mitte sich der Dom befindet. In den nächsten Jahrhunderten durchlebte St. Gangolf eine wechselvolle Geschichte. Einerseits erlangte das Stift durch großzügige Schenkungen des Adels einen beachtlichen Wohlstand, der dem Kirchenbau zugute kam. Andererseits machte die Lage außerhalb der Stadtbefestigung die Kirche anfällig für Plünderungen, zunächst durch die Hussisten, später in den Bauernkriegen und zuletzt durch das Heer des Markgrafen Albrecht von Brandenburg-Kulmbach im Jahr 1553. Ab dem zwölften Jahrhundert unter Bischof Otto entstanden die Türme, gotische Stilelemente weisen auf deren Vollendung um 1300 hin. Später kamen Sakristei und die Kapellen auf der Südseite hinzu. Bis heute sind neben der Gotik auch Romanik, Barock und Rokoko in St. Gangolf vereint.
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