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St. Stephan
St. Stephan

St. Stephan – die Geschichte von Kunigunde, dem Pfennigwunder und dem Papst


Ein Papst weiht eine evangelische Kirche? Nein, nicht wirklich. Und trotzdem darf die heute evangelische Kirche St. Stephan in Bamberg dieses Alleinstellungsmerkmal für sich beanspruchen. Zudem ist sie die älteste evangelische Kirche der Stadt.


Verbrannte Finger

Auftrag und Geld für den Bau der ersten Kirche auf dem Stephansberg, im Osten der Stadt, kamen im Jahr 1007 vermutlich von Kunigunde von Luxemburg, der Gattin von Kaiser Heinrich II. Um die Bezahlung der Bauarbeiter rankt sich eine Legende, die als Pfennigwunder auf dem Kaisergrab im Bamberger Dom dargestellt ist. Der Vermögensverwalter der Stadt (man nannte diesen Beruf Schaffner) wurde regelmäßig bestohlen, und deshalb reichte das Geld nie. Also nahm Kunigunde die Sache selbst in die Hand und kam mit einer Schüssel voller Pfennige zur Baustelle. Jeder Arbeiter nahm sich seinen Pfennig – Mindestlohn-Gesetze gab es wohl noch nicht. Nur der Dieb langte reichlich zu und nahm mehr, als ihm zustand. Das hätte er besser nicht getan, denn die Pfennige wurden schrecklich heiß, er verbrannte sich die Finger und fand trotzdem zu Hause nur einen Pfennig vor.



Das griechische Kreuz

Was wir heute als Kirche St. Stephan erleben, ist Ergebnis mehrerer Bauabschnitten. Der Turm aus dem 13. Jahrhundert ist der älteste noch existierende Teil. Der italienische Baumeister Giovanni Bonalino begann 1626 mit dem Neubau des Chores, der aber durch den dreißigjährigen Krieg und den Tod Bonalinos 1633 verzögert wurde. Erst 1678 setzte Antonio Petrini das Werk seines Landsmannes fort. Er hielt sich dabei an die vor über 600 Jahren geplante Grundform der ersten Stephanskirche, ein gleicharmiges griechisches Kreuz, das von Chor, Westflügel und einem Querhaus gebildet wird. Die unterschiedlichen Bauabschnitte sind für den Kenner anhand der Stilrichtungen leicht zu identifizieren: Bonalino baute im Stil der barocken Neugotik, Petrini lehnte seinen Barock an die Renaissance an.



Schon zur Zeit Karls des Großen hatte es Anläufe gegeben, das schwer zugängliche Frankenland auf dem Wasserweg besser erreichbar zu machen. König Ludwig I. von Bayern startete 1825 den letztlich erfolgreichen Versuch.

Am alten Kanal

Den heutigen Gobelmoo verdanken wir dem Bildhauer Caspar Metzner, assistiert von dem Maurer Christoph Krumm. Allerdings war der Auftrag, wie es bei Herrschern gelegentlich vorkommen soll, nicht ganz uneigennützig.

Gabelmann

Titelbild 2 Bambodo Bamberg

Nach der Fertigstellung im Jahr 1020 wurde das Gotteshaus von Papst Benedikt VIII. geweiht. Wenn wir also behaupten, ein Papst habe eine evangelische Kirche geweiht, müssen wir kleinlaut zugeben, dass es zur Zeit der Weihe, 500 Jahre vor Luther, natürlich noch keine evangelische Kirche gab. Und außerdem ist von dieser Kirche nichts mehr erhalten.

Seit 1808 gehört St. Stephan der evangelisch-lutherischen Kirche. Die Kunstwerke im Innern von St. Stephan verknüpfen den Barock mit unserer Zeit. Richten Sie Ihren Blick nach oben auf die hohen Gewölbedecken und die Stuckarbeiten. Zentrales Element ist das Martyrium des Stephanus aus der Apostelgeschichte, ein Relief von 1688, geschaffen von Johann Jakob Vogel.

Dom Bamberg Lichtspiele

Machen wir einen Sprung in unsere Zeit: Fraglos ist der Kaiserdom St. Peter und St. Georg, wie er heute korrekt heißt, das bedeutendste Bauwerk der Bamberger Altstadt.

Bamberger Dom

 
Zum Betrieb der Mühlen muss das fließende Wasser einen gewissen Druck haben. Das war bei der Vielzahl der Mühlen an der Regnitz nicht mehr gegeben, und so wurde schon 1440 im Zuge einer Stadterweiterung ein großer Mühlengraben ausgehoben, der fortan Wasser mit dem nötigen Druck in die Stadt führte.


Mühlenviertel

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