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Obere Pfarre Bamberg - Bambodo Bamberg

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Obere Pfarre Bamberg

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Hoch oben in der Bergstadt auf dem Kaulberg thront die gotische Pfarrkirche "Zu unserer Lieben Frau". Bei den Bambergern heißt sie kurz und knapp die Obere Pfarre. Sie bildet damit das sprachliche Gegenstück zur Unteren Pfarre Alt St. Martin am Maxplatz, die bereits 1805 abgebrochen und nicht wieder aufgebaut wurde. Möglicherweise reicht die Geschichte der Oberen Pfarre bis in die Zeit von Graf Adalbert von Babenberg zurück, der im September 906 verstarb. Historiker vermuten am Kaulberg seine Eigenkirche, also ein Gotteshaus auf privatem Grund. Ein erstes urkundliches Zeugnis gibt es aus dem Jahr 1140, aber das heute vorhandene Kirchengebäude wurde erst 1338 begonnen. Eine Bauinschrift belegt den 16. Juni als Datum der Fundamentierung, und auch die Weihe im Jahr 1387 ist überliefert.


Damit war die Obere Pfarre aber längst nicht fertig. Die Bauarbeiten wurden immer wieder gestört. Nach der Verbrennung des Reformator Jan Hus im Jahre 1415 kamen aus Böhmen die Hussiten, und der von 1430 bis 1446 andauernde Bamberger Immunitätenstreit zwischen Domkapitel, Bischof und Stadt machte einen Kirchenbau in dieser Zeit nicht gerade einfacher. Bis auf den Turm wurde der Bau aber bis 1450 vollendet. Der Turm erhielt 1487 eine provisorische Eindeckung mit Dachschindeln, der heute noch sichtbare zweigeschossige Aufbau folgte 1537/38. Der Oberen Pfarrkirche geht es nicht anders als anderen berühmten Bauwerken auf der ganzen Welt: zu tun gibt es eigentlich immer etwas. Das begann mit einer umfassenden Sanierung bereits ab dem Jahr 1606 und hält sich - mit vielen Zwischenstationen - bis in unsere Zeit. Schäden durch einen Bombentreffer am Turm aus dem zweiten Weltkrieg wurde bis 1953 behoben, die Sanierung des Innenraums folgte in den 1970er Jahren. Stolz feierten die Bamberger den Abschluss der letzten großen Bauphase nach vier Jahren im Advent 2014. Statische Probleme führten dazu, dass es zwei Jahre lang keine Gottesdienste in der Kirche gab. Erstaunlich für unsere Zeit: die Kostenprognose von 5,7 Mio. € für die Arbeiten wurde eingehalten. Der beeindruckende dreischiffige Bau mit einigen wenigen erkennbaren Einflüssen des Barock bietet interessante Details. Suchen Sie am Brautportal nach den fünf klugen und den fünf törichten Jungfrauen, oder finden Sie die Reste des Säufermännchens am Treppenturm zwischen Chor und Langhaus. Was es damit auf sich hat? Finden Sie es heraus. Auch die Wallfahrer früherer Zeiten mussten Zeichen an der Kirche finden und zu Hause darüber berichten - als Nachweis, dass sie auch wirklich dort waren.

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