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Mühlenviertel Bamberg - Bambodo Bamberg

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Mühlenviertel Bamberg

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Zu ihrer Blütezeit existierten in Bamberg drei Mühlenviertel an der Regnitz. Neben den bis heute erhaltenen Oberen und Unteren Mühlen gab des noch die Fischmühlen an der Rathausbrücke. Das Obere Mühlenviertel ist mittlerweile mit großem Aufwand saniert worden und zählt heute zu den schönsten Flecken der Stadt. Die erste Erwähnung der Bamberger Mühlen haben wir einer Schenkung zu verdanken. Kaiser Otto II. überließ im Jahr 973 seinem Vetter, dem bayerischen Herzog Heinrich dem Zänker, nicht nur die Burg Papinberc, sondern auch das gesamte Zubehör, darunter auch besagte Mühlen. Und auch bei der Bistumsgründung 1007 gab es von Heinrich II. ein paar Mühlen als Grundausstattung.Zum Betrieb der Mühlen muss das fließende Wasser einen gewissen Druck haben. Das war bei der Vielzahl der Mühlen an der Regnitz nicht mehr gegeben, und so wurde schon 1440 im Zuge einer Stadterweiterung ein großer Mühlengraben ausgehoben, der fortan Wasser mit dem nötigen Druck in die Stadt führte.


In einer katholischen Stadt produzieren die Mühlen nicht nur Mehl. Zur Fastenzeit durften die christlichen Bürger keine tierischen Fette zu sich nehmen. Butter war also vom Speiseplan gestrichen, stattdessen wurde mit Pflanzenöl aus den Bamberger Mühlen gekocht und gebacken. Auch als Schleifmühlen waren sie im Einsatz, und sehr viel später zur Stromerzeugung. Diesem Zweck dienen die erhaltenen Mühlen teilweise auch heute noch, werden aber meist als Wohnhäuser, Hotels und Gaststätten genutzt. Brände und Hochwasser veränderten immer wieder das Gesicht der Bamberger Mühlen. Überliefert sind das Hochwasser vom 27. Februar 1784, das etliche Häuser an der Regnitz vernichtete, sowie die letzte verheerende Brandkatastrophe im Jahr 1839.Eine städtebauliche Glanzleistung ist die Sanierung und teilweise Wiederherstellung der historischen Mühlenbebauung an der Oberen Mühlbrücke in der Zeit zwischen 1980 und 1986. Mit einem Kostenaufwand von 33 Millionen DM, rund 17 Millionen Euro, entstanden hier nicht nur die alten Bauten neu, sondern auch ein sehr begehrtes Wohnviertel für Studenten. Die Planer legten Wert auf die Nutzung der Gefällestufen zur Erzeugung regenerativer Energie. Da das Mühlenviertel dank eines Wehrs oberhalb der Stadt hochwasserfrei ist und die Regnitz durch Kühlwasser eines Kohlekraftwerks auch im Winter nicht zufriert, funktioniert das wesentlich leichter als noch vor hundert Jahren. Im Oberen Mühlenviertel liegt auch die älteste Brauerei der Stadt, Klosterbräu Bamberg. Auf das Untere Mühlenviertel, dessen Sanierung ebenfalls ansteht, haben Sie den besten Blick vom Geyerswörthsteg. Hier stehen die Brudermühlen, die wie viele Mühlen einen genossenschaftlichen Verband bildeten. Die Bischofsmühlbrücke bildet die Grenze zwischen den beiden Mühlenvierteln.
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