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   Bierstadt Bamberg


Wussten Sie, dass Bamberg drei Flüsse hat? Neben dem linken und dem rechten Arm der Regnitz strömt seit mehr als 900 Jahren auch ein Strom kühlen Biers durch die Stadt. Das Traditionsgetränk aus Hopfen und Malz ergänzt die anderen großen B der Stadt – die Brezn, die zum Bier keinesfalls fehlen dürfen, die Babenburg, der Barock, und natürlich ihre liebenswerten Bürger.

Wo Mönche sind, fließt auch Bier

Klosterbrauereien sind seit vielen hundert Jahren Quelle des für besonders hochwertiges Bier. Das hat erstens einen geschichtlichen Hintergrund – das Christentum kam durch irische Missionare nach Kontinentaleuropa, und mit dem Glauben kam auch das Bier. Zweitens gibt es aber auch einen durchaus praktischen Zweck: Liquida non frangunt ieunum – Flüssiges bricht das Fasten nicht. Berichtet wird von fünf Litern Bier täglich für jeden Mönch. Schließlich hatte schon Hildegard von Bingen verkündet: Cervisiam bibat – trinkt Bier, denn es hebt den Mut und regeneriert die Seelenkräfte.

Der Bamberger Domherr Ouldaricus wollte bei seinen Schäfchen in guter Erinnerung bleiben und verfügte deshalb im Jahr 1093, dass es jährlich an seinem Todestag, dem 29. Juni, Freibier geben sollte. Drei Eimer für die Armen, nicht viel, aber immerhin. Wenig später wurde Bier zum Bamberger Exportschlager, denn die Mönche durften gegen Gebühr auch für den Bedarf außerhalb des Klosters brauen.

Industrialisierung der Brauberufe

Am Bier hingen noch weitere Berufe, die heute nur noch in Familiennamen fortleben. Der Büttner oder Küfer, in Österreich Fassbinder, fertigte beispielsweise die hölzernen Bierfässer an. Neue Maschinen ließen Bier zur Massenware werden. Das Berufsbild des Brauers veränderte sich drastisch, einen Büttner sucht man heute vergeblich. 65 Brauhäuser zählte Bamberg zu den besten Zeiten im 19. Jahrhundert, von denen sich zehn bis heute gehalten haben. Mit weiteren neunzig Betrieben im Umland weist Bamberg die höchste Brauerei-Dichte der Welt auf. Hinzu kommen zwei große Handelsmälzereien und die älteste Fabrik für Brauereimaschinen weltweit.

Kartellabsprachen sind heute verboten, vor hundert Jahren war das noch anders. Und so erhöhten die Bamberger Brauereien zum 1. Oktober 1907 den Preis für ein Seidla Bier von 11 auf zwölf Pfennige. Klingt nicht viel, sind aber mehr als 9 % Aufschlag, und das ließen sich die Bamberger nicht bieten. Sie boykottierten die örtlichen Brauereien, und das Bier kam aus dem benachbarten Forchheim. Nach nur einer Woche war der Bamberger Bierkrieg beendet, die Preiserhöhung wurde kleinlaut zurückgenommen.

Wirtschaftskunde in der Sandstraße

Nichts ist spannender als Wirtschaft, wissen die Bamberger Studenten zu berichten. Genießen Sie Bamberger Bier in einem der zahlreichen Biergärten oder Bierkeller. Letztere stammen aus der Zeit, als das Bier in tiefen Felsenkellern gekühlt werden musste, weil es noch keine Kältemaschinen gab. Sie existierten unter dem Michaelsberg, dem Kaulberg, dem Jakobsberg und dem Stephansberg. Bäume sorgten für Schatten und zusätzliche Kühlung. Zur Gastro-Meile mit mediterranem Flair in den Sommermonaten hat sich die Austraße entwickelt.

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