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   Hexenverfolgung in Bamberg

Annähernd zehn Prozent der Bamberger Bevölkerung wurden zwischen 1590 und 1632 der Hexerei oder Zauberei angeklagt und hingerichtet, ihre Zahl beläuft sich auf etwa 1.000.


Die Rolle der Fürstbischöfe


Entscheidenden Anteil an dieser enorm hohen Zahl an Opfern hatten die damals regierenden Fürstbischöfe. Den Grundstein für die massenhafte Verfolgung vermeintlicher Hexen legte 1595 Fürstbischof Neidhardt von Thüngen, wie entsprechende Gerichtsakten belegen.
Unter seinem Nachfolger Johann Philipp von Gebsattel, Fürstbischof von 1599 bis 1609, kam die Hexenverfolgung in Bamberg vorübergehend zum Stillstand. Gebsattels Lebenswandel mit Frau und Kindern als katholischer Fürstbischof dürfte in den Augen seiner Untertanen wenig vorbildlich gewirkt haben, die Hexenfeuer loderten während seiner Regierungszeit allerdings nicht.
Dies änderte sich unter seinem Nachfolger Johann Gottfried von Aschhausen, der bis zu seinem Tod 1622 Fürstbischof von Würzburg und Bamberg war. Unter seiner Regierung fanden etwa 300 Personen den Tod in den Flammen, im Jahr 1617 fielen 102 Personen dem Wahn zum Opfer.
Doch es sollte noch schlimmer kommen. Johann Georg II. Fuchs Freiherr von Dornheim trug seine Spitznamen 'Hexenbrenner' oder 'Hexenbischof' durchaus zur Recht. Er regierte als Fürstbischof von 1610 bis 1622. Zur Seite stand ihm bei der Hexenverfolgung Friedrich Förner, Generalvikar und Weihbischof in Bamberg. Förner war maßgeblich am Bau eines Hexengefängnisses beteiligt, auch Malefizhaus oder Drudenhaus genannt.


Opfer aus allen Schichten


Die Mehrzahl der als Hexen verfolgten Menschen waren Frauen, doch auch Männer wurden verbrannt. Einfache Bürgerinnen und Bürger aus den unteren Schichten gerieten ebenso in Verdacht, wie Johannes Junius, der 1614 und 1628 mehrmals Bürgermeister und Ratsherr zu Bamberg war. Von ihm stammt ein Brief an seine Tochter, in der er ihr sein Leid klagt und seine Unschuld beteuert: "Unschuldig bin ich in das Gefängnis gekommen, unschuldig bin ich gemartert worden, unschuldig muss ich sterben“.


Warum gerade Bamberg?


Waren die Menschen in Bamberg besonders fanatisch und abergläubisch, wie die überdurchschnittlich hohe Zahl der Menschen nahelegt, die dort dem Hexenwahn zum Opfer fielen?
Schaut man sich die gut vierzig Jahre zwischen 1590 und 1632 genauer an, wird deutlich, dass zur Hexenverfolgung zweierlei zusammenkommen musste: ein tiefsitzender Aberglaube des Volkes und der Wille der Herrschenden, diesen für ihre Zwecke zu instrumentalisieren.


Stillstand unter Johann Philipp von Gebsattel


Die enge Verbindung zwischen Herrschaft und Verfolgung beweist die Regierungszeit des Fürstbischofs Johann Philipp von Gebsattel. Gebsattel war kein glühender Verfechter der Gegenreformation, aus heutiger Sicht muss er wohl sogar als tolerant bezeichnet werden. Dass die Hexenverfolgung unter seiner Regentschaft zum vorübergehenden Stillstand gelangte, verdeutlicht die enorme Bedeutung der staatlichen Institutionen. Erst ihre Zustimmung zur Hexenverfolgung ermöglichte ein Klima von Verrat und Diffamierung.



Unliebsame Konkurrenten aus dem Weg schaffen


Heute lässt sich nicht mehr nachvollziehen, welches der Opfer auch von großen Teilen der Bevölkerung als Hexe angesehen wurde. Dass es Menschen gab, die selbst in den Augen ihrer
Nachbarn und Freunde von einem Tag auf den anderen als Hexen wahrgenommen wurden, kann kaum in Abrede gestellt werden. In der aufgeheizten Hysterie der Hexenverfolgung war es allerdings nur allzu leicht, unliebsame Konkurrenten aller Art durch üble Nachrede auf den Scheiterhaufen zu bringen. Wurde dem durch offizielle Stellen noch Vorschub geleistet, konnte dem Wahn kaum noch Einhalt geboten werden.












 



Titelbild 2 Bambodo Bamberg

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