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Gabelmann Bamberg - Bambodo Bamberg

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Gabelmann Bamberg

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Wer in der Bamberger Altstadt durch die Fußgängerzone am Grünen Markt schlendert und in Geschichte aufgepasst hat, wird in der Figur auf dem bekanntesten Brunnen der Stadt zweifelsohne den römischen Meeresgott Neptun oder sein griechisches Vorbild Poseidon erkennen. Für die Bamberger ist der Kerl mit dem Dreizack aber schlichtweg der Gabelmoo, auf hochdeutsch der Gabelmann. Einen Brunnen gibt es auf dem Grünen Markt bereits seit 1337. Der war allerdings ziemlich funktional und zu nichts anderem gut, als die Wasserversorgung der Bewohner sicherzustellen. Knapp zweihundert Jahre später vermachte der Bamberger Ratsherr Ludwig Krug seiner Heimatstadt 800 Gulden, um den Brunnen aufzuhübschen. Dummerweise verstarb er in Nürnberg, und die Nürnberger wollten das Geld nicht herausrücken. In einer Salzscheibe, einem halben Salzfass, gelangte das Geld schließlich doch heimlich nach Bamberg, und 1566 ergänzte Meister Jorg Walbergk von Dressen den Brunnen um eine Figur – nein, nicht Neptun, sondern dem Stadtritter St. Georg gebührte zunächst dieser Platz.



Der Auftrag zur Umgestaltung des Brunnens kam erst 1697 von Fürstbischof Lothar Franz von Schönborn. Den heutigen Gobelmoo verdanken wir dem Bildhauer Caspar Metzner, assistiert von dem Maurer Christoph Krumm. Allerdings war der Auftrag, wie es bei Herrschern gelegentlich vorkommen soll, nicht ganz uneigennützig. In der Sockelplatte finden wir nämlich über der Jahreszahl 1698 eine geheimnisvolle Abkürzung: L.F.D.G.S.S.M.A.S.R.I.P.G.A.E.E.E.B. Dahinter verbergen sich dich wichtigsten (und nur die wichtigsten!) Titel des Fürstbischofs. Aus dem Lateinischen übersetzt stehen die Buchstaben für Lothar Franz, von Gottes Gnade Erzbischof des heiligen Sitzes von Mainz, Erzkanzler des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation und Kurfürst, Bischof von Bamberg. Eine Visitenkarte, die diesen Titel aufnehmen kann, muss ganz schön breit sein. Wenn Sie sich fragen, warum Neptun mit der Faust in der Hüfte so böse zur Seite schaut, dann kommen Sie mal nach Schulschluss, besser noch am letzten Schultag vor den Ferien, zu seinem Brunnen. Der Gabelmann ist ein beliebter Treffpunkt der Jugend, und so manch Älterer wünscht sich, dass er "sai gobl naihauäd nai di bagaasch" (Gerhard C. Krischker 1994), die zu seinen Füßen hockt. Alles verstanden? Versuchen Sie es noch einmal, es ist nicht so schwer. Ansonsten fragen Sie, wenn Sie Bamberg besuchen.


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