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Der Bamberger Reiter

Seit Jahrhunderten rätseln die Menschen, wer denn der Bamberger Reiter gewesen sein mag, der mit seinem Pferd in Lebensgröße an einer Säule des Bamberger Doms steht, so lebendig, als sei er gerade erst hereingeritten. Er trägt eine Königskrone und ist unbewaffnet. Außerdem muss er ein Heiliger gewesen sein, sonst könnte er nicht in einer Kirche stehen.

So wurde vermutet, er könnte König Phillip von Schwaben darstellen, der 1208 unbewaffnet ermordet wurde. Manche sahen in der Figur den Messias selbst, der zur Zeit der Völkerwanderung mahnen wollte, dass man die Menschen nicht mit Waffen bekehren kann. Wieder andere sahen in dem Reiter eine Verkörperung des Machtanspruchs der Staufer-Dynastie oder einen der Heiligen Drei Könige.


Die neuere Forschung geht jedoch davon aus, dass eine der ältesten Überlieferungen die wahrscheinlichste Antwort ist. Demnach handelt es sich um Stephan I., König von Ungarn.


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Titelbild 2 Bambodo Bamberg

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Ein Rathaus mitten im Fluss? Das Alte Rathaus der Stadt Bamberg wurde nicht aus einer Laune heraus an dieser Stelle gebaut. Vielmehr markiert der Standort die Grenze zwischen bischöflichem Berg und bürgerlicher Stadt.

Altes Rathaus

Schon zur Zeit Karls des Großen hatte es Anläufe gegeben, das schwer zugängliche Frankenland auf dem Wasserweg besser erreichbar zu machen. König Ludwig I. von Bayern startete 1825 den letztlich erfolgreichen Versuch.

Am alten Kanal

Was für Stephan I. spricht


An der Stelle des 1237 geweihten Doms befand sich zuvor ein weiterer, der sogenannte Heinrichsdom. Der 1014 zum Kaiser Heinrich II. gekrönte König Heinrich wollte Bamberg zu Zentrum seines Reichs und zum Bischofssitz erheben. Deshalb ließ er einen Dom errichten, der 1012 geweiht wurde. Nach seinem Tod wurden Heinrich II. und seine Gattin Kunigunde in dem Dom beigesetzt. Dieser Dom brannte 1185 komplett ab.

Mit dem Neubau begann man bereits um das Jahr 1200. Zu der Zeit war Ekbert von Andechs-Meranien in Bamberg Bischof und hat möglicherweise den Bau und die Innenausstattung mitbestimmt. Während das Gebäude selbst noch in romanischer Bauweise errichtet wurde, sind einige der Skulpturen im Inneren bereits vollkommene gotische Kunstwerke. Das Vollkommenste von ihnen ist der Bamberger Reiter.

Kaiser Heinrich II. (973-1024) und König Stephan I. von Ungarn (ca. 975-1024) waren verschwägert. König Stephan wurde 1083 heiliggesprochen, weil er ab 1001 eine wichtige Rolle bei der Christianisierung Ungarns gespielt hatte. Er wurde vom 12. bis zum 18. Jh. im Bamberger Dom religiös verehrt. Ekbert von Andechs-Meranien selbst war ebenfalls mit einem König von Ungarn verschwägert, nämlich mit Andreas II.

Diese beiden Fakten erklären, weshalb dem wahrscheinlichen Auftraggeber der Skulptur eben dieser Stephan I. so wichtig war.


Bauweise und Farbigkeit des Bamberger Reiters


Der Bamberger Reiter wurde vermutlich von einer französischen Künstlergruppe geschaffen, die stark von den Werken in Reims beeinflusst war. Die Skulptur wurde an Ort und Stelle aus acht zusammengefügten Granitblöcken geformt und war ursprünglich farbig bemalt: Das Pferd in Weiß mit dunkleren Flecken stellte einen königlichen Apfelschimmel dar. Der Mantel war rot mit gold- und silberfarben metallisch glänzenden Bereichen und das Haar dunkelbraun bis schwarz. Die Entfernung der Farben wurde erst im 19. Jh. vom bayerischen König Ludwig I. verfügt.


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Weithin sichtbar ragen die Türme der Klosterkirche St. Michael auf dem Bamberger Michelsberg auf. Unübersehbar sind aber auch die Baumängel, Folgen einer gewissen Sorglosigkeit beim Errichten der Klosteranlage.

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