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Altes Rathaus Bamberg - Bambodo Bamberg

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Altes Rathaus Bamberg
Blickfang in der Innenstadt
Ein Rathaus mitten im Fluss?
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Das Alte Rathaus der Stadt Bamberg wurde nicht aus einer Laune heraus an dieser Stelle gebaut. Vielmehr markiert der Standort die Grenze zwischen bischöflichem Berg und bürgerlicher Stadt. Der Sage nach wollte der Bischof den Bürgern nichts von seinem Landbesitz gönnen, um das Rathaus zu errichten. Die ebenso schlauen, wie handwerklich begabten Bamberger, schufen kurzerhand eine künstliche Insel an einer bestehenden Brücke und bauten dort ihr Rathaus. Das Alte Rathaus wird erstmals 1387 erwähnt. Das heutige Erscheinungsbild geht aber auf den Neubau in der Zeit von 1461 bis 1467 zurück, nachdem das erste Rathaus 1460 abgebrannt war. Viele hundert Eichenpfähle sorgen für Standfestigkeit im Schwemmsand des Flussbetts. Das funktioniert so hervorragend, dass die Obere Brücke nicht nur den Autoverkehr ausgehalten hat, sondern 25 Jahre lang sogar zwei Straßenbahnlinien durch das Rathaus fuhren. Heute sind die beiden Rathausbrücken Fußgängern vorbehalten. Schaut man von Süden auf die Rathausinsel, fällt sofort das an den Rathausturm angebaute Fachwerkhaus auf. Es heißt Rottmeisterhäuschen und ist ebenso alt wie das Rathaus selbst. Rottmeister waren die Führer der Wachmannschaften, also sozusagen die Polizei der damaligen Zeit, und die Rottmeister fanden direkt beim Rathaus ihre Unterkunft.


Bleiben wir aber noch einen Moment beim eigentlichen Rathaus. Der Kenner entdeckt in dem ursprünglich gotischen Bau Elemente aus Barock und Rokoko, die aus der Zeit um 1750 stammen. Über den Rokoko-Balkonen prangt das Wappen von Franz Konrad Graf von Stadion und Thannhausen, dessen Regierungszeit bis 1757 reichte. Die 1755 entstandenen Fassadenmalereien von Johann Anwander wurden mehrfach restauriert, konnten letztendlich aber nicht erhalten werden. Die heutigen Szenen haben wir Anton Greiner zu verdanken, der von 1959 bis 1962 die typische Illustrationsmalerei auf beiden Gebäudeseiten neu gestaltet und durch Einbeziehung von dreidimensionalen Figuren einen beachtlichen räumlichen Eindruck geschaffen hat. Schauen Sie genau hin und entdecken Sie die vier Elemente, die vier Jahreszeiten, die guten und die schlechten menschlichen Eigenschaften. Und denken Sie daran, wo das Rathaus steht: eine Seite dem Bischof, die andere dem Bürger zugewandt. Wem wird hier der Spiegel vorgehalten? Verpassen Sie keinesfalls einen Besuch des Rokoko-Saals im Rathaus. Hier finden auch heute noch die festlichen Empfänge und Sitzungen des Stadtrats statt. Im Erdgeschoss gibt es seit 1995 die einzigartige Porzellan-Sammlung von Professor Ludwig, die vor allem das frühe Werk der Meißener Manufaktur und Straßburger Fayence umfasst. Prunk und Tischkultur vergangener Jahrhunderte werden hier lebendig.
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